Cross- & Countermedia

Cross- & Countermedia

Das Netz und die digitalen Werkzeuge ermöglichen neue interaktive Erzählformen. Die Beispiele sollen einen Einblick in die Diversität crossmedialer und interaktiver Projekte vermitteln. Dabei wird auch das politische Potential digitaler Technologien dargestellt und hinterfragt – wie in den Seminaren von Nicole Wolf und Susan Schuppli am Goldsmiths University zu London. Unter dem Schlagwort Tools for the Next Revolution entwickelt das Künstlerduo Christoph Wachter & Mathias Jud IT-Strategien, um beispielsweise Online-Zensur zu umgehen und unterdrückte Minderheiten zu vernetzen. Die beiden Projekte Lazarus-Mirages von Patric Jean und Points of View von Zohar Kfir veranschaulichen neue Formate crossmedialer Anwendungen und nehmen inhaltlich Bezug zum Thema Countermedia.

16:45–17:15
Pädagogik der kritischen Film- und Medienkunst am Goldsmiths University London
Die hier beispielhaft vorgestellten Seminare setzen einerseits durch kritische Medien/Theorie an und sehen andererseits kreative und ethnographische Praxis als essentiellen Forschungsmodus. Zudem besteht der Anspruch an die jeweilige Wissensproduktion, durch Theorie und Praxis verändernd einzugreifen, welcher besonders im Zuge der neoliberalen Transformation von Wissenschaft und Lehre gefordert – und herausgefordert – wird.

Susan Schuppli (GB)
ist Medienkünstlerin und Kulturtheoretikerin. Derzeit ist sie Direktorin (2013–15) des Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London, an dem sie 2009 ihre Promotion abschloss.

Nicole Wolf (DE/GB)
kommt aus den Forschungsgebieten Anthropologie und Film. Sie beschäftigt sich mit verschiedenen Formen dokumentarischer Arbeit und politischen Formen des Kinos.

17:15–17:45
Tools for the Next Revolution
Das Künstlerduo Wachter/Jud gibt Einblick in sein Schaffen der letzten Jahre, wobei sie u. a. die Besitz- und Kontrollverhältnisse moderner Medientechnologien untersuchen.

Christoph Wachter & Mathias Jud* (CH/DE) EMARE
arbeiten seit 2000 an partizipativen Community-Projekten, die moderne Technologien subversiv nutzen, um Zugänge zu sensiblen Daten zu ermöglichen und sichtbar zu machen. Ihre aktuelle, im EMARE-Stipendium in Australien 2015 speziell für das Festival entwickelte Arbeit wird in der Ausstellung .move ON präsentiert.

17:45–18:15
Lazarus-Mirages
Das hochpolitische transmediale Projekt Lazarus-Mirages (2012) beschäftigt sich mit paranormalen Phänomenen, Pseudowissenschaften und Medienmanipulation. Es umfasst eine Webdokumentation, einen Blog und eine Theateraufführung.

Patric Jean (FR)
realisiert sowohl Dokumentarfilme als auch andere künstlerische Projekte und veranstaltet regelmäßig einen Hackathon für französischsprachige Länder in Dakar. In seinen Projekten setzt er sich für soziale und genderspezifische Gleichberechtigung ein.

18:30–19:00
Points of View
Points of view ist ein fortlaufendes interactives webbasiertes projekt, dessen Grundlage das Videomaterial des B’Tselem’s Camera Distribution Project darstellt. Darin dokumentieren palästinensische Zivilisten ihr alltägliches Leben unter der israelischen Besatzung. Durch einer interaktive Karte, welche einerseits das Material geografisch verortet und andererseits verschiedene Abfolgen der Narration ermöglicht, soll dieses besondere Bildarchiv online eine neue Sichtbarkeit erfahren.

Zohar Kfir (IL/CA)
ist Medienkünstlerin, die sich mit Experimental-Videos, interaktiver Kunst und Installation auseinandersetzt. Ihre Werke werden in bedeutenden Galerien und auf internationalen Festivals gezeigt.

Samstag 10. 10. 16:45
Riebeckplatz 9, Halle (Saale)